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Liebe Leser...

Feedback erwünscht. Ob nun als Kommentar oder Gästebucheintrag oder direkt mittels Nachricht an mich, egal wie nur bitte hinterlasse mir mal einer eine Meinung. Ein Schreiberling ohne Feedback ist ein bisschen so wie eine saftige Orange ohne Presse. Es kommt nix gescheites bei raus. ;o)

Über positive Rückmeldungen freuen ich mich natürlich besonders aber ich schätze auch produktive Kritik. Man wird nicht besser, wenn man nicht weiß was man ändern muss. Von sinnlosen Gemeinheiten möchte ich mich allerdings distanzieren, es sollte schließlich jeder sagen dürfen, was er denkt und fühlt und für den Mut, dies hier öffentlich zu teilen, sollte man zumindest respektiert werden - auch wenn man das Gesabbel scheiße findet.

Als dann, geneigte Leserschaft! Haut in die Tasten!

 

Liebe Grüße,

~edm~

6.2.13 12:16


In Frage gestellt...

Neulich, am Telefon:

„Dann mach´s mal gut. Ich hab dich lieb!“
„Ich dich auch…“

Nach Beendigung des Gesprächs starrte ich noch lange auf den Hörer in meiner Hand. Ich wunderte mich selbst über meine Antwort. Normalerweise gehe ich mit meinen „ich hab dich liebs“ nicht so verschwenderisch um. War das wirklich ernst gemeint? Dass ich diese Person lieb habe? Auch wenn sie eine gewisse Zeit lang wichtig für mich war, so haben wir längst kaum noch Kontakt. Was zum Teil an mir, aber zu einem nicht weniger großen Teil auch an ihr liegt. Irgendwann war sie mir wohl einfach nicht mehr so wichtig. Menschen treten in dein Leben und erfüllen eine wichtige Rolle, manche für immer, andere aber auch nur für einige Zeit. Und dann verschwinden sie wieder und hinterlassen Spuren. Manchmal leidet man darunter, manchmal aber auch nicht. Das ist wohl einfach so. Aber…


Wenn ich sie wirklich lieb habe, hätte ich mich da nicht mehr um sie bemühen müssen? Darum, dass der Kontakt nicht so einfach abbricht?


Ist es verlogen, zu behaupten, dass man jemanden lieb hat, obwohl es eigentlich nicht stimmt? Oder empfindet man wirklich so, ohne sich darüber wirklich bewusst zu sein?
Und wie ist eine Erwiderung auf ein „hab dich lieb“ zu bewerten, die reflexartig, wie aus der Pistole geschossen, geäußert wird?


Reagiert man da nur so, wie es von einem erwartet wird? Weil man ein „ich hab dich lieb“ – ob ernst gemeint oder nicht – nicht so einfach im Nichts verpuffen lassen kann? Das wäre unhöflich, kaltschnäuzig, ignorant. Oder spricht da eine im Unterbewusstsein schlummernde Empfindung aus einem, die existiert, ohne dass man diese Person ständig um sich hat? Die man vielleicht nur vergessen oder verdrängt hat?
Und wie sollte man die Äußerung des Gegenübers bewerten?

Es könnte natürlich eine völlig aufrichtig ernst gemeinte Zuwendung gewesen sein. Wer bin ich, das ich das in Frage stellen darf? Dennoch…
Wenn man bedenkt, das der letzte, ernsthafte Kontakt mehrere Jahre zurückliegt, begründet durch die eher geringen Bemühungen dieser Person, dann stellt sich diese Frage ganz automatisch. Während ich zumindest ehrlich versucht habe, den Kontakt zueinander trotz Distanz nicht abreißen zu lassen, wenigstens zu Geburtstagen und an Weihnachten Karten geschickt habe, so hat sie über die Jahre hinweg immer weniger getan, bis schließlich gar nichts mehr passierte. Sicherlich kann ich mir für gelegentliche Karten garantiert keinen Orden an die Brust heften. Aber ich habe zumindest meinen guten Willen gezeigt, während sie einfach gar nichts getan hat. Oder sich immer nur dann zu Telefonaten genötigt fühlte, wenn sie wegen meiner popeligen Karten ein schlechtes Gewissen hatte. Ich finde, es müssen sich beide darum bemühen, denn, wenn das nur einer tut, kann es nicht dauerhaft funktionieren und wenig tun ist zumindest besser, als gar nichts zu tun. Ich muss mir schließlich auch nicht immer jeden Schuh anziehen und die Schuld für alles und jedes bei mir suchen.
Also frage ich mich zu Recht, ob dieses „ich hab dich lieb“ nach all den Jahren der Funkstille nicht doch bloß verlogen und gedankenlos daher gesagt war. Oder vielleicht auch Ausdruck schlechten Gewissens. Aber ernst nehmen, das kann ich eigentlich nicht.
 
Oder ist das alles nichts mehr als eine wertlose Höflichkeitsfloskel, eine leere Phrase, ganz ohne Bedeutung? Die, ohne besonderen Grund daher gesagt, nicht weiter bewertet werden muss. Die ganz einfach keiner weiteren Deutung und Analyse bedarf. Weil beide im tiefsten Innern wissen, das es nichs weiter ist als inhaltsloses blabla.

Wie ehrlich ist ein „ich hab dich lieb“, wenn man sich seit Jahren weder gesehen noch voneinander gehört hat? Und wie ernst gemeint ist ein aus Reflex erwidertes „ich dich auch“?

Wann ist das „sich lieb haben“ zur bedeutungslosen, leeren Floskel geworden, die gedankenlos daher gesagt - nicht den Geringsten Wert mehr hat?
 
~edm~
5.2.13 19:40


Scheißtag.

Es gibt gute und schlechte Tage.

Heute ist ein schlechter.

Egal wie gut ein Tag anfängt, er kann nur schlecht enden, wenn man sich zu spontanem Klamotten-Shopping mit der Mutter hinreißen lässt.

Eigentlich sollte ich sie nur kurz zum Arzt fahren. Und eigentlich wollten wir direkt wieder nach Hause. Aber dummerweise führte unser Weg quasi durch ein Kaufhaus und an der aktuellen Frühjahrs-Kollektion vorbei. Welche Frau kann da schon ignorant vorbei laufen? Man muss ja schließlich auf dem Laufenden bleiben und überhaupt hat man ja eh nie was zum Anziehen, also, was schadet da ein bisschen gucken?! Aber NUR gucken!!!

Natürlich wurde alsbald aus „nur gucken“ schließlich „anprobieren“.

Und das war ein Fehler.

Es ist schon schwer genug, die richtigen Sachen zu finden, in einer Welt, in der Mode offensichtlich nur noch für Hungerhaken gemacht wird. In einer Welt, in der man regelrecht zur Essstörung gezwungen wird, sollte man nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechen. Und – wer tut das schon? Es ist noch viel, viel schwerer, selbstbewusst mit hoch erhobenem Kopf und trotz aller Widrigkeiten stolz geschwellter Brust durchs Leben bzw. durch die Boutiquen dieser Welt zu schreiten, obwohl man WEISS, das man nicht groß genug, nicht schlank genug, nicht schön genug ist. Man versucht, sich nicht anmerken zu lassen, wie unwohl und unsicher man sich dabei fühlt, obwohl man die abschätzigen Blicke der natürlich superschlanken Verkäuferinnen regelrecht auf sich spürt. In der obligatorischen Frage „Kommen Sie zurecht?“ schwingt sowohl Zweifel als auch leichte Schadenfreude mit und eigentlich hört es sich auch eher an wie „Hören Sie mal, in Ihrer Größe führen wir nichts!!!“ – trotzdem greift man mutig nach einer Handvoll Klamotten, in die man unbedingt hinein passen MUSS, damit niemand merkt, wie wenig man dem „allgemeinen Schönheitsideal“ tatsächlich entspricht. Der Gang zur Umkleidekabine gleicht einem Spießrutenlauf und man ist froh, endlich den Vorhang hinter sich zuziehen zu können. Dann zieht man und zerrt und fragt sich, wieso zum Henker zwischen den Größen 32 und 42 offensichtlich keinerlei Unterschied bezüglich der Passform besteht, bevor man frustriert aufgibt und den Scheiß in die nächste Ecke feuert. Ok, das war dann wohl ein Fehlgriff. Ein sogenannter „Karrenz-Fummel“, in dem man jede Erbse sieht, die man isst.  Zu kurz, zu eng, die falsche Farbe – was auch immer. Es reicht allerdings völlig, um das bereits angeknackste Selbstbewusstsein im Nichts verschwinden zu lassen. Egal wie gut das nächste Outfit auch passt, egal wie gut man damit vielleicht aussieht – man beginnt die Klamotten scheiße zu finden und schließlich findet man sich selbst auch scheiße. Man schwillt augenblicklich auf die dreifache Breite an  - ein Vorgang, dem sowohl Licht als auch Spiegel  in Umkleiden äußerst zuträglich sind. Echt jetzt, hängen die da Zerrspiegel auf?! Ich fühl mich da zumindest oft so, als stünde ich auf dem Jahrmarkt im Spiegelkabinett!

Und genau in diesem Moment des fröhlich zelebrierten Selbsthasses reißt Mutter den Vorhang zur Seite, scannt mich von oben bis unten ab und stellt die unnötige Frage, ob es die Hose nicht noch `ne Nummer größer gibt. Herrlich.

Natürlich brauche ich niemanden, der mir erzählt, wie toll ich in dem Fummel aussehe, wenn ich selbst nur zu gut weiß, das dem nicht so ist. Unglaubwürdig belobhudelnde „Freundinnen“ hatte ich schon zur Genüge und ich weiß, wenn ich aussehe, wie `ne geplatzte Wurst. Aber will man schonungslose Ehrlichkeit, wenn man sich gerade hässlicher denn je fühlt? Zerzauste Frisur, ungeschminkt, unvorteilhafte Klamotten – mit nichts bewappnet, mit dem man sich besser fühlen könnte. Oder sicherer. Hinter dem sich mit seinem Unbehagen verstecken könnte. Wenn man, wie ein Häuflein Elend, in einer kalten, fürchterlich beleuchteten Umkleide sitzt, inmitten eines Haufens aus zahllosen „Karrenz-Fummel“, in dem man irgendwo sein Selbstbewusstsein verloren hat? Nein, eigentlich nicht. Auch, wenn ich Ehrlichkeit schätze aber in solchen Momenten will ich ein bisschen belogen werden. Ich möchte hören, dass ich gut bin, genau so, wie ich bin, und das mir die Sachen ganz einfach nicht „stehen“. Auch wenn beide wissen, dass es eine Notlüge ist…

 

 

P.S.: Wenn ich angeblich einer Minderheit angehöre, die offensichtlich nicht perfekt genug für Fashion ist, dann frage ich mich ernsthaft, wieso am „Sale“-Ständer ausschließlich Zeug in Größe XS hängt. Hmpf.

 

 

~edm~

5.2.13 17:13


Ach, und was ich noch erzählen wollte...

Vor einiger Zeit hatte ich eine ganz ähnliche Begegnung wie heute in der Kantine, nur diesmal in irgendeiner Fastfood-Bude. Und wesentlich unangenehmer.

Da steht man mit recht sparsamem Gesichtsausdruck unbescholten und nichts böses ahnend an der Kasse, klappt grade eben den Mund auf um sich einen popeligen Milchshake zu bestellen, da lenkt einen gehässiges Gekicher ab - gefolgt von dem wenig wohlwollenden Satz:

"Sie an, das Fress-Schwein hat Hunger!"

Natürlich kam das von jemandem, der augenscheinlich "perfekt" zu sein scheint: blond, schlank, hochgewachsen, Haut wie ein Babypopo.

Ok, ok, ich bin mir gar nicht so hundertprozentig sicher, ob ich damit überhaupt gemeint war. Aber ein blödes Gefühl bleibt trotzdem. Man fühlt sich, als würde man auf´s Doppelte anschwellen und verlässt den Laden.

Ohne Milchshake.

 

Heute habe ich die gehässige Schnepfe in der Stadt zufällig wiedergesehen und musste zu meiner Überraschung feststellen, das die doofe Kuh immer noch blond, schlank und hochgewachsen ist - aber mittlerweile ein übles Akne-Problem hat.

Bin ich sehr böse, wenn ich da ein gewisses Maß an Genugtuung verspüre?!

Natürlich habe ich mehr Klasse, als das ich mich über die Hautprobleme unterbelichteter Burgerschupsen ernsthaft freuen würde...

... aber ein verhaltenes, schadenfreudiges Lächeln ließ sich leider nicht vermeiden.

Hähä! ^^

 

~edm~

 

4.2.13 02:25


Bin ich schön...?

Nach dem etwas lustlosen Beitrag gestern heute mal zu einem Thema, das mich und vermutlich so ziemlich jedes andere weibliche Wesen hier und da im alltäglichen Leben zwangsläufig tangiert.

Ist man wirklich nur dann schön, wenn man "schön" ist?

Und...

Wieviel darf Frau essen ohne dabei wie ein Fress-Schwein zu wirken?

Letzteres ist ja eigentlich schon ein Aufreger der Woche, nein, des Monats, ach was, des Jahres für sich allein. Es ist eine himmelschreiende Sauerrei, das wir Frauen uns da allen Ernstes etwas dazu sagen lassen müssen. Und das auch noch, ohne nach der Meinung diverser Kackpratzen gefragt zu haben! Und die gibt es in der Tat nahezu überall und immer. Heute zum Beispiel in der Kantine. Schleppe mich mach bereits 5h Wahnsinn in Dosen halb verhungert an die Kasse, mit einem belegten Brötchen, einem Kaffee und einem Quarkbällchen gegen Frust, da schnärrt mich auch schon jemand schräg von der Seite an:

"Getrennt, ne?"

"Ähm, nein, zusammen."

"Alles?!"

Den leicht hysterisch wirkenden Unterton konnte ich ja grade noch so ignorieren, die entsetzt aufgerissenen Augen allerdings nicht. Mir blieb erst mal die Luft weg. Den aufkeimenden Wunsch, der Kassenschnepfe eine zu wummern kämpfte ich mühsam nieder, satt dessen begnügte mich für den Anfang mit einem Blick, bei dem die Hölle vor Schreck zugefroren wäre. Netterweise kam mir mein Kollege heldenhaft zur Hilfe, indem er deutlich machte, das jemand, der 8h körperlich und vor allem emotional harte Arbeit leistet, ja wohl ordentlich essen muss. Und das, obwohl wir uns noch nicht mal sonderlich gut leiden können. Eigentlich sollte es gar nicht erst soweit kommen. Es sollte dem Mensch an der Kasse doch völlig egal sein, wer da was und wieviel in sich hineinstopft. Hauptsache, er kann es bezahlen. Überhaupt finde ich es ungerecht, welche Unterschiede da bei Frauen und Männern gemacht werden. Eine Frau, die öffentlich mit mehr als einem halben Schälchen Obstsalat gesichtet wird, muss sich postwendend in der nächsten Diät - Community anmelden und ein Mann, der drei Brötchen, fünf Schnitzel und ein Krug Bier auf den Tisch wuchtet, wird kaum beachtet. Mein Kollege, der vor mir bezahlt hat, hatte übrigens auch drei Brötchen, ein Stück Kuchen, einen halben Liter Kakao und zwei Schokoriegel auf dem Tablett. Aber gut.

Wieso ist eine Frau, die mehr als den obligatorischen Salat ohne Dressing oder ein Glas Wasser mit  3 Löffel Weizenkleie zu sich nimmt, ein verfressenes Schwein?! Es kann schließlich nicht jeder Größe Null haben und Topmodel sein. Und muss es meiner Meinung nach auch gar nicht. Schönheit ist doch mehr als das, oder? Kann denn nicht ein Mensch, der zwar nicht die richtige Größe oder das richtige Gewicht hat, trotzdem schön sein? Auf seine ganz eigene, einzigartige Weise? Sollte man nicht vielmehr Wert auf andere Dinge legen? Auf den richtigen Charakter zum Beispiel. Was nützt den schon ein perfekter Körper mit dem perfekten Styling wenn der Mensch außer einem knackigen Po oder dicken Titten sonst nichts Attraktives zu bieten hat?

Vor allem aber regt es mich auf, das hierbei mit zweierlei Maß gemessen wird. Männer können pummelig sein oder eine Glatze haben, sie können futtern, soviel sie wollen und an den unmöglichsten Stellen behaart sein - und trotzdem diskriminiert sie keiner deswegen, wie es scheint. (Liebe Männer, sollte das anders sein, so lasst es mich wissen.) Bei Frauen wird das alles allerdings als extrem unattraktiv bewertet. Speckröllchen, dünne Haare, Essen (außer Salatblätter...), Achselbehaarung... Pfui deibel!!!

*augen roll*

Es ist schlimm, das sich mittlerweile alles nur noch um Größe, Gewicht, Aussehen und Klamotten dreht. Aber noch viel schmlimmer ist es, das jemand, der diesem Bild nicht entspricht, sich auch gar nicht erst schön fühlen darf.

Aber...

Ist denn jemand, der kreativ ist und einzigartig, der Humor hat und seine Ziele verfolgt, ohne sich von anderen dabei reinreden zu lassen, jemand, der den Menschen, die er ins Herz geschlossen hat, bedingungslos seine Zuneigung zeigt und die schönsten unverschämt blauen Augen hat...

...nicht auch schön? Genau so, wie sie ist?

Ich finde schon!

 

~edm~

 

 

 

4.2.13 02:00


Reisetipp der Woche

Voller Erstaunen habe ich heute im Radio gar interessante Neuigkeiten gehört:

Ein bekannter Reiseveranstalter sticht im Mai mit einem seiner Luxusliner voll besetzt mit langhaarigen, headbangenden, Bier trinkenden und laut gröhlenden Metall-Bands in See und macht für eine Woche die Weltmeere unsicher.

Bei einem nicht weniger bekannter Radiosender könnte man gegen geringen Aufwand die eine oder andere Kabine auf dem Dampfer abstauben.

 

Nette Sache!

Ich war schon auf Festivals...

... und auf Kreuzfahrten.

Und kann beides wärmstens empfehlen!

Außerdem ist so ein Schiff für all die Fangirls, Autogrammjäger, Stalker und Promivernarrten strategisch extrem günstig. Kann ja keiner weg.

Allerdings... Ist vielleicht ein wenig unkonventionell.

Und nicht unbedingt etwas für das übliche Kreuzfahrtpublikum.

 

Stelle mir gerade perlenbehängte, ältere, leicht schreckhafte Damen im rosafarbenen Chanel-Kostüm inmitten der langhaarigen, headbangenden, Bier trinkenden und laut gröhlenden Metall-Bands nebst Fangemeinde vor...

 

~edm~

2.2.13 23:05


Von Prinzen, Fröschen und Psychopathen...

Jedes Mädchen hat in ihrem Leben männermäßig bestimmt mindestens einmal so richtig ins Klo gegriffen.

Das liegt vermutlich ganz einfach daran, das es nur eine begrenzte Auswahl datebarer Typen gibt.

Normalerweise rafft man sich nach so einem emotionalen Tiefschlag nach einiger Zeit wieder auf, rückt die Frisur zurecht, schlägt die Hacken zusammen und versucht es aufs Neue. Irgendwo wird es ja wohl jemanden geben, der einen nicht belügt, betrügt und verarscht. Und in den meisten Fällen läufts dann ja auch irgendwie.

Nur, was tun, wenn es nicht so läuft wie erwartet? Wenn man einen Scheißkerl nach dem nächsten abgreift, ein Drama nach dem anderen folgt und die Ausmaße dieser kleinen und größeren Katastrophen immer unüberschaubarer werden? Wenn einen langsam aber sicher der Mut verlässt? Wenn man längst angefangen hat, die Schuld dafür bei sich selbst zu suchen... und zu finden?

Und das scheint wohl leider eher die Regel zu sein als die Ausnahme.

Allein in meinem Bekanntenkreis kenne ich zig solcher Fälle. Ohne mich selbst dabei mitzuzählen. Da gibt´s die Kerle, die gleich mehrere Frauen verarschen. Ob die sich jetzt für unwiderstehlich halten oder einfach nur Torschlußpanik haben, wer weiß. Oder die Kerle, die einen rücksichtslos ausnehmen  - nicht nur finanziell, auch emotional. Die, die skrupellos genug sind, mit der Schwester, der Mutter oder der besten Freundin rumzumachen. Die, die einen erniedrigen und verletzen. Oder die, die einen am langen Arm verhungern lassen, die Zuneigung und Gefühle für ihre Zwecke ausnutzen. Da scheint mir aus jedem Bereich psychischer Auffälligkeiten was dabei zu sein. Lügner, Narzissten, Egomanen, Psychopathen, Kleptomanen... und allgemein Vollidioten.

Anfänglich denkt man noch, das der Nächste der richtige ist, man einfach nur lang genug danach suchen muss. Redet sich ein, das es den berühmten Deckel für den Topf irgendwo einfach geben MUSS. Allerdings schwindet die Hoffnung darauf, Mr. Right doch nich zu finden, mit jedem Mißerfolg - und mit ihr auch das Selbstvertrauen. Schließlich sucht man den Grund für´s Scheitern bei sich - und findet ihn auch. Sucht akribisch nach jedem Fehler, jeder noch so kleinen Unstimmigkeit - und wacht schlußendlich eines Morgens mit Mitte 30 schweißgebadet auf und fragt sich, ob man nicht schon längst hätte mit der Anti-Falten-Pflege anfangen müssen.

Wieviele häßliche, warzige, schleimige Kröten muss man wohl in seinem Leben abknutschen, bis man den einen seltenen Frosch unter Tausenden gefunden hat, aus dem schließlich der Prinz wird?

Ich mein, irgendwann kann man da auch nicht mehr drüber lachen.

Irgendwann hat man einfach auch keine Energie mehr dafür. Sich wieder auf jemandenn einzulassen, sich wieder in jemandem zu täuschen, sich wieder dafür zu hassen.

Und trotzdem...

Die Sehnsucht ist ganz einfach stärker. Nach jemandem, der einem glaubhaft zeigt, das man etwas Besonderes ist, auch wenn man nicht perfekt ist, der einen genauso liebt, bedinungslos, mit all den Ecken und Kanten und Leichen im Keller. Jemand, für den es sich lohnt, das Risiko einzugehen. Der genau das in einem sehen kann, was man selbst nicht mehr sieht...

Und wieder stürzt man sich kopfüber in die nächste Katastrophe, sobald man auch nur den Hauch einer Hoffnung hat, das es diesmal vielleicht anders wird. Man wirft all seine Prinzipien und Regeln über Bord und hört sich erneut gutgläubig die nächsten Lügen an. Auch auf die Gefahr hin, das diese Katastrophe einem endgültig das Knick bricht.

Und wieso?

Weil es sich verdammt noch mal lohnt, weil man nicht aufhören will an den ruhmreichen Retter zu glauben, der auf seinem stolzen Ross irgendwann daher galoppiert. (Oder im klapprigen Kleinwwagen mit Rostbeulen vorfährt.) Weil Männer das Salz in der Suppe sind. Manchmal ist sie versalzen. Aber so ganz ohne, wäre sie ziemlich fad.

 

 

Es muss einen Grund geben, weshalb die beiden Worte

VER_ LIEBT

und

VER_RÜCKT

mit demselben Präfix beginnen.

 

~edm~

 

 

1.2.13 23:45


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