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Neandertaler mit Smartphone...

Es gibt so vieles, was ich offensichtlich nicht verstehe. Das habe ich gerade in den letzten zwei Tagen wieder gemerkt. Manche Dinge erschließen sich mir einfach nicht. Vor allem, wenn es dabei um Männer geht. Und ich frage mich, ob es hier wohl jemanden gibt, der mir die Welt vielleicht erklären kann.

Zum Beispiel, wieso man ein blaues Handtuch in die weiße Kochwäsche werfen kann, ohne das man hinterher babyblaue Schlüpfer hat.

Und wieso es grundsätzlich nie die richtige Hautpflege-Serie als Reisegröße gibt.

Zu klären wäre übrigens auch, weshalb eine Rothaarige zum lila-petrol-dunkelblau-gelb-farbenen Oberteil – das an sich schon farbig genug wäre – auch noch einen schreiend neonpinken Loop-Schal trägt. Ein Eyecatcher war´s weniger. Eher ein Brechmittel.

Oder wieso sich ein halbwegs ansehnlicher Kerl von zwei Damen offenbar dazu genötigt fühlt, aus heiterem Himmel und ungefragt von seinem umwerfenden Sexleben zu erzähen.

Ernsthaft!

Da setzt man sich aus Ermangelung eines lauschigen Eckplatzes zum gemütlichen Weiberplausch auf die nächstbesten freien Plätze – in unmittelbarer Nähe zu einem kaffeeschlürfenden Zeitungsleser, den man nach kurzem Blick für sich als datebar ausgeschlossen hat – und beginnt genüsslich, seinen extra schokolastigen Mördermuffin zu mümmeln, ohne etwas böses zu ahnen. Man lästert gerade losgelöst von allem Alltagsstress über die in der Passage vorbeihuschenden Gestalten, die den Lagen-Look völlig neu aber am Thema komplett vorbei interpretiert haben, da bemerkt man links neben sich nervöses auf dem Stuhl Herumgerutsche und deutlich vernehmbares Zeitungsumgeblättere. Der Zeitungsleser, der mit seinem Style wohl so etwas wie die Mischung aus Intellektuellem, Künstler und Dressman vereinen oder den Eindruck erwecken wollte, das man ihn im Fratzenbuch aufgrund seiner allgemeinen Fabelhaftigkeit unbedingt adden sollte, schielt immer wieder zu meiner kleinen Schwester und mir. Unsicherheit? Unbehagen? Ist er genervt von unserem Gekichere? Oder angepisst, weil ihn bisher keine von uns vor Geilheit triefend abgeleckt hat?

Wir ignorieren ihn weiter und blenden den zunehmenden Geräuschpegel, den er da produziert, gekonnt aus.

Mittlerweile kramt er sein blödes Smartphone raus und versucht damit auf sich aufmerksam zu machen. Ihr wisst schon… das erste und laut Hersteller und Fangemeinde aller fabelhaftigste Smartphone unter all den fabelhaften Smartphones dieser Welt. So ein auf Hochglanz poliertes Teil mit einem angeknabberten Stück Obst darauf. Wuhu! Also, wenn ich den Typ bis eben nicht so geil fand, so finde ich ihn auf jeden Fall MIT seinem Smartphone total klasse! Aber wehe, er legt es gleich wieder aus der Hand… Boah, echt jetzt! Als ob irgendeine Frau, die über genug Charakter und kognitive Fähigkeiten verfügt, sich von einem blöden Smartphone blenden oder gar beeindrucken lässt! Blöder Smartphone-Poser.

Also, schön weiter ausblenden und ignorieren.

„Ey, mit der Alten gestern wäre ich fast in der Kiste gelandet!“

Irritiert schielen wir jetzt in Richtung des Smartphone-Posers. Hat der das gerade tatsächlich gesagt?! Und mit wem redet der eigentlich?! Er hat zwar sein Smartphone in Höhe der Lauschlappen ans Gesicht gedrückt aber weder meine Schwester noch ich haben einen Klingelton oder die Vibration seines Geräts gehört. Da stellt sich doch die Frage, wer da überhaupt angerufen hat… Oder vielmehr, OB jemand angerufen hat.

Wir bemühen uns zwar angestrengt, seinen nun folgenden Ausführungen über den Ausgang des gestrigen Abends nicht zuzuhören, was sich allerdings als etwas schwierig darstellt. Schließlich quakt er so penetrant und laut genug in sein Telekommunikationsgerät, so das einfaches Überhören nahezu unmöglich ist. Auf diese Weise erfahren wir also, das er grundsätzlich schon spitz genug gewesen wäre, die olle Schabracke allerdings nicht seinen hohen Ansprüchen genügt, er sie eigentlich auch ziemlich peinlich fand und besseres gewohnt ist. Was soll uns das denn jetzt sagen? Das er ein ganz, ganz toller Hecht ist, der den Matratzensport quasi perfektioniert hat und man eindeutig was verpasst, wenn man sich ihm nicht an den Hals wirft? Oder das die abfällige Art, wie er über das arme Mädchen spricht, unangenehme Schlüsse auf seinen Charakter zulässt?

Das Schauspiel zieht sich einige Minuten hin, in denen er immer wieder sein Stehvermögen und all die vielen Vorzüge erwähnt. Vermutlich wollte er sich mit diesem eindeutigen Fake-Anruf  so richtig schön ins rechte Licht rücken, damit wir ihn ein bißchen begehrenserter finden. Eine derart dummdreiste Werbung in eigener Sache ist mir ja noch nie untergekommen! Statt der vermutlich erhofften notgeilen Blicke unsererseits erhielt er jedoch nur haltloses Gekicher. Wir gaben uns gar nicht mehr die Mühe, ihn zu ignorieren oder unsere Belustigung zu verbergen. Und ratz-fatz war das „Telefonat“ beendet!

Während unser Gelächter langsam versiegte, fragte ich mich, was um Himmels Willen den eigentlich bedauernswerten Kerl wohl dazu brachte, sich zu so einer Aktion hinreißen zu lassen. Warum hat es ein erwachsener Mann nötig, sich so offensichtlich zum Affen zu machen? Bis er dann schließlich aufstand und seine zwergenhafte Erscheinung samt der Speckröllchen aus dem Cafe bewehgte…

Ich komme nicht umhin, insgeheim weiter darüber zu feixen. Dazu war die Situation einfach zu dämlich! Aber, ich frage mich, ob Männer im tiefsten Innern nicht auch fürchterlich unsicher und unzufrieden mit sich sind…

 

~edm~

10.2.13 22:20
 


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