Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback

http://myblog.de/every.day.madness

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Spiel mit mir!

Einen Großteil der Kindheit verbringt man damit, zu spielen. Mit Puppenstuben, Bauklötzen oder Kaufläden. Das dient wohl irgendwie der Entwicklung. Man erfährt seine Grenzen, erlernt rollenspezifische Verhaltensmuster und entwickelt Sozialkompetenzen. Durch Spiele lernen Kinder, ihre Sinne zu benutzen, Dinge zu zerlegen oder zu konstruieren, ihr Wissen einzusetzen, um Strategien zu entwickeln und natürlich auch Regeln. Allerdings können Spiele laut Freud auch dabei helfen, schwierige Themen zu bewältigen. Und zu guter Letzt dienen sie auch ganz einfach der Entspannung. Irgendwann wird man allerdings erwachsen und sollte andere Bewältigungsstrategien erlernt haben. Weil man weder Stress, noch Rollenkonflikte oder andere Probleme einfach wegspielen kann. Und weil man eines Tages reif genug ist, darüber zu reden. Man spielt sich durch seine gesamte  Kindheit und Jugendzeit, da sollte man doch meinen, dass man im Erwachsenenalter genug davon hat. Aber leider geht es da erst so richtig los. Und für diese Spielereien gibt es noch nicht einmal klar definierte Regeln.

Wann sollte man einen Kerl, für den man sich interessiert, zurückrufen? Nach zwei Tagen? Oder vier? Es soll auf jeden Fall nicht so wirken, als hätte man es nötig! Man sollte nicht so leicht zu haben sein, Männer wollen jagen. Wenn man allerdings zu schwer zu haben ist, verlieren sie die Lust. Dasselbe gilt für Dates. Wer überpünktlich erscheint, wirkt anbiedernd. Ein bisschen zu spät zu kommen, erhöht den Reiz. Aber woher weiß man denn, wann die Grenze zwischen „Reiz erhöhen“ und „unhöflich“ erreicht ist? Und überhaupt sollte man als Frau die richtige Mischung aus Stärke und Zerbrechlichkeit, Intelligenz und Dummheit, Seriosität und Geilheit verkörpern. Da wäre zum Beispiel der Schlampenfaktor: kleidet man sich seriös, interessiert sich kein Schwein für einen. Die "inneren Werte" sollten hübsch verpackt aus der Bluse hüpfen. Ein bisschen Schlampe ist geil. Ein Knopf zu viel geöffnet wirkt dann aber wieder zu billig und wer seine "Argumente" zu offensichtlich in die Auslagen packt, den will am Ende auch niemand. Die Erwartungen, die Männer an Frauen haben, widersprechen sich total. Einerseits wünscht Mann sich, dass ein intelligentes Gespräch mit ihr möglich ist aber wenn die Frau tatsächlich etwas auf dem Kasten hat, ist es auch wieder nicht recht. Ein bisschen Dummheit ist also ok. Aber andererseits möchte er aber auch kein Blödchen an seiner Seite. Männer möchten auch nicht ständig damit belästigt werden, Nägel in die Wand hauen zu müssen oder Reifen zu wechseln. Wenn Frauen das selbst können wäre schön. Aber wehe sie ist eigenständig und stark! Das starke Geschlecht sind ja schließlich immer noch die Männer! Mit einem hilflosen, zerbrechlichen Püppchen am Arm, das permanent von ihnen gerettet werden muss fühlen sie sich wohl – so lange die olle Schrippe sie nicht ständig mit Klempnerarbeiten im Haushalt belämmert und ihre bekackten Einkaufstüten selbst trägt. Anders herum ist es aber auch nicht einfacher. Männer sollen sensibel sein – aber um Gottes Willen keine Warmduscher und Weicheier! Sie sollen gepflegt sein und ansprechend riechen – aber wehe, sie brauchen im Bad länger als die Frau! Da wird aus metrosexuell rasch schwuttig. Und sie sollen stark und männlich sein – aber ja nicht zu viel Testosteron versprühen. Ich frage mich, wie man es dem anderen da jemals recht machen soll?!

Es ist schon kompliziert genug, all diesen widersprüchlichen Anforderungen irgendwie gerecht zu werden und die irrwitzigen zwischenmenschlichen Verhaltensregeln auf die Reihe zu kriegen, da bräuchte es bestimmt nicht auch noch diese dämlichen Spielchen. Kann man denn nicht einfach sagen, was man denkt? Das man den anderen mag oder das man keinen weiteren Kontakt wünscht? Das würde es so viel einfacher machen… Statt dessen tänzelt man ewig umeinander herum, wägt jeden Schritt mit Bedacht ab und bedient sich alberner Gesellschaftsregeln. Wenn er sich drei Tage Zeit gelassen hat, zu reagieren, dann muss ich ihn mindestens genauso lange warten lassen. Besser noch ein, zwei Tage länger. Nicht, dass er noch denkt, ich wär scharf auf den Typen! Ja, um Himmels Willen, was wäre denn so schlimm dabei, wenn er merkt, dass ich scharf auf ihn bin?! Nichts. Vorausgesetzt er ist auch scharf auf mich. Andernfalls wäre es endlos peinlich. Vermutlich rührt dieser Eiertanz einfach von der Furcht her, verletzt zu werden. Wenn man die Karten zu früh offen auf den Tisch legt, macht man sich angreifbar, verletzlich. Es gibt wohl kaum ein Gefühl, das so schmerzhaft ist, als das, einen Korb zu kassieren. Die Zurückweisung von jemandem, für den man etwas empfindet, tut ganz einfach weh. Und hinterher würde man am liebsten im Erdboden versinken. Statt das der Mut, den eine ehrliche Offenbarung seiner Gefühle voraussetzt, respektiert und geschätzt wird, wird man meist ausgelacht oder zumindest belächelt. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass man beginnt, mit dem anderen zu spielen, ihn warten zu lassen und Nachrichten zu dechiffrieren. Allein das Dechiffrieren von Gesagtem und Geschriebenem treibt einen über kurz oder lang in den Wahnsinn! Man kann doch nicht ständig jedes einzelne Wort so lange analysieren, bis man sich eine brauchbare Bedeutung zusammengereimt hat – die man dann ohnehin selbst wieder in Frage stellt und verwirft! Letzten Endes weiß man ja doch nicht, woran man ist. Und man steht sich damit permanent selbst im Weg. Man analysiert sich zum Affen und wägt jedes Wort, das man darauf erwidert, genau ab, was die Folge hat, dass man sich eine Antwort zusammenkrampft, statt einfach nur ehrlich und locker darauf zu reagieren. Und dann geht die Warterei los, die einen nicht minder bekloppt macht. Bei jedem dämlichen Pieps und Klingeling seines Handys zuckt man unwillkürlich zusammen. Könnte ja eine Antwort von ihm sein. Man fürchtet sich davor, was man vielleicht lesen wird und hofft gleichzeitig, dass es eine Nachricht von ihm sein möge. Das Herz setzt kurz einen Schlag aus und man macht sich innerlich auf sämtliche Horrorszenarien, die man sich auszumalen in der Lage ist, gefasst. Ist sie es nicht, ist man enttäuscht und mit jedem Tag, den es länger dauert, schwindet die Hoffnung. Und Smartphones sind in diesem Zusammenhang echt ein Fluch. Weil man ja sieht, ob er die letzte Nachricht gelesen hat oder nicht. Und falls ja, schwirren einem immer wieder dieselben nervenaufreibenden Fragen durch den Kopf. Hab ich seine Worte richtig gedeutet? Wollte er weiteren Kontakt? Was hatten seine dämlichen Grinse-Smileys zu bedeuten? Hab ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt? Hätte ich anders reagieren müssen? War die Wortwahl falsch? Besteht überhaupt ein gewisses Grundinteresse oder war er nur höflich? Wieso antwortet er nicht? Hab ich ihm mit dem, was ich geschrieben habe, vor den Kopf gestoßen? Hält er mich aufgrund meiner Formulierungen für ´ne blöde Sumpfkuh? Hab ich falsch interpretiert und er hat einfach keinen Bock mehr auf Konversation? Oder sitzt der auch daheim vor seinem Smartphone, dechiffriert, analysiert, interpretiert und bastelt verzweifelt an der perfekt komponierten Antwort?

Oder…

Oder er hält sich einfach nur an die irrwitzigen Regeln des gängigen Gesellschaftsspielchens "warte ich auf dich, wartest du auf mich" und  gemäß der Formel Zeit, die man warten musste + x im Verhältnis unnahbar :  anbiedernd = 2 : 1 höre ich frühestens in 7 Tagen von ihm?

 

Es wäre wirklich so viel einfacher, diese kindischen Spielereien nur noch auf die Rollenspiele beim Psychiater zu reduzieren. Wo wir vermutlich früher oder später alle landen werden.

Dating ist ein verdammt hartes Geschäft!

 

~edm~

 

14.3.13 08:57
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hansa079 (14.3.13 21:14)
Jeder Mensch ist einzigartig und deshalb sollte man sich so zeigen und geben wie man ist. Alles andere wäre auch ziemlich verlogen, oder ?

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung